DIGITALER GARTEN
Wenn Technologie beim Wachsen hilft
Wie könnte der Garten der Zukunft aussehen? Diese Frage stand hinter dem ersten digitalisierten Schaugarten „Erdenreich“, den ich 2022 im Rahmen meiner Tätigkeit bei Brantner auf der GARTEN TULLN mitgestalten und technisch umsetzen durfte.
Das Ziel war, Digitalisierung nicht nur zu erklären, sondern für die Besucherinnen und Besucher unmittelbar erlebbar zu machen. Dafür wurden klassische Gartenarbeit, moderne Sensorik, Automatisierung und Internet-of-Things-Technologien miteinander verbunden.
Ein FarmBot auf dem Hochbeet
Das sichtbarste Element des digitalen Gartens war ein FarmBot auf einem Hochbeet. Der computergesteuerte Gartenroboter konnte Pflanzen aussäen, gezielt bewässern, Unkraut entfernen und bei der Ernte unterstützen.
Seine Arbeit orientierte sich an den tatsächlichen Bedingungen im Garten. War nach einem Regenguss noch ausreichend Feuchtigkeit im Boden vorhanden, musste nicht zusätzlich bewässert werden. Damit wurde anschaulich gezeigt, wie Technologie dabei helfen kann, Wasser gezielter einzusetzen und Ressourcen zu schonen.
Sensoren machen den Garten sichtbar
Im gesamten Schaugarten wurden unterschiedliche Sensoren installiert. Sie erfassten unter anderem:
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Bodenfeuchtigkeit
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Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit
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Regenmenge
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Windstärke
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Wachstumsbedingungen
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Füllstände verschiedener Behälter
Die Daten wurden über ein energiesparendes LoRaWAN-Funknetz übertragen, zusammengeführt und auf einem Outdoor-Display dargestellt. Besucher konnten dadurch sehen, was im Garten normalerweise unsichtbar bleibt.
Ergänzt wurde das Projekt durch Vergleichsflächen mit unterschiedlichen Erdmischungen. So ließ sich beobachten, welchen Einfluss hochwertige, mit Kompost angereicherte Erde auf Wachstum, Wasserspeicherung und Pflanzengesundheit hat.
Technik als Helfer – nicht als Ersatz
Bei diesem Projekt ging es nie darum, Gartenarbeit durch Technik zu ersetzen. Vielmehr sollte gezeigt werden, wie digitale Helfer Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen können.
Sensoren liefern die notwendigen Informationen, Automatisierung übernimmt wiederkehrende Aufgaben und die Menschen entscheiden, wie diese Möglichkeiten sinnvoll eingesetzt werden. Genau darin liegt für mich der eigentliche Nutzen der Digitalisierung.
Der digitale Garten machte Zukunft auf einfache und verständliche Weise sichtbar. Er verband Natur, Nachhaltigkeit und Technologie zu einem Erlebnis, das von den Besucherinnen und Besuchern direkt vor Ort entdeckt werden konnte.
Für mich war das Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer technischen Idee eine greifbare Anwendung wird – und wie Digitalisierung Menschen begeistern kann, wenn sie verständlich, praktisch und mit einem konkreten Nutzen umgesetzt wird.
